Aus der Pressemitteilung Modellbundesbahn
Abschied der Modellbundesbahn Brakel – ein Kulturerbe der Bahn schließt
Brakel, [16.01.2026] – Mit schwerem Herzen kündigt das Team der Modellbundesbahn in Brakel die
bevorstehende Schließung der Ausstellung an. Nach über 20 Jahren, mehr als 300.000
Besucherinnen und Besuchern sowie internationaler Anerkennung wird die Modellbundesbahn am
29. Mai 2026 ihren letzten Betriebstag haben.
Warum die Schließung notwendig ist
Die Modellbundesbahn ist ein außergewöhnliches Gemeinschaftsprojekt von fünf
hochspezialisierten Profis, die ihr berufliches Leben der Präzision, historischen Genauigkeit und
handwerklichen Qualität verschrieben haben. Der Planer der Anlage, Bernard Huguenin, ist heute 72
Jahre alt, der Chefmodellbauer Michael Butkay wird im Mai 70 Jahre alt, der Baumbauer Jos Geurts
ist 67, die beiden weiteren Teammitglieder sind Karl Fischer und Norbert Sickmann – 53 und 54 Jahre
alt. Dieses über Jahrzehnte gewachsene Fachwissen ist unverzichtbar, um den außergewöhnlich
hohen Qualitätsmaßstab der Ausstellung zu halten – einen Maßstab, der von Fachpresse und
Medien immer wieder hervorgehoben wurde.
Seit einigen Jahren wird die Modellbundesbahn in einem Saisonbetrieb geführt:
Im Winter ist die Ausstellung ausschließlich sonntags geöffnet, um an vier bis fünf Tagen pro Woche
am Weiterbau arbeiten zu können. In der Sommersaison öffnet die Modellbundesbahn donnerstags
bis sonntags, am Wochenanfang finden notwendige Wartungsarbeiten statt. Für den Weiterbau
bleibt in dieser Phase praktisch keine Zeit.
Der ursprüngliche Plan, die Anlage bis etwa 2030 fertigzustellen, ist unter diesen Bedingungen nicht
realisierbar: Ein Fertigstellen in Vollzeit würde bedeuten, die Ausstellung mindestens drei Jahre
vollständig zu schließen – finanziell nicht darstellbar.
Eine langfristige Fortführung des Projekts durch das bestehende Team ist altersbedingt nicht
möglich. Gleichzeitig erschweren allgemeine Preissteigerungen, massiv gestiegene Energie- und
Betriebskosten sowie eine um den Faktor 12 erhöhte Grundsteuer die wirtschaftliche Tragfähigkeit
zusätzlich.
Persönliche Verluste im Team
Hinzu kommt, dass die Modellbundesbahn im vergangenen Jahr drei für das Projekt prägende
Persönlichkeiten verloren hat.
Im Mai 2025 verstarb völlig unerwartet Uwe Rottermund im Alter von 62 Jahren, der mit großer
fachlicher Kompetenz die elektrische Infrastruktur und Beleuchtung der Modellbundesbahnhalle
verantwortete und darüber hinaus menschlich eine tragende Säule des Teams war.
Im November 2025 folgte der Tod von Franz Babik (88), einem Mann der ersten Stunde und einem
der engsten Wegbegleiter seit den ersten Überlegungen zur Modellbundesbahn im Jahr 2001. Als
erfahrener Bundesbahner a. D., Netzwerker und Erzähler war er nicht nur für die Ausstellung,
sondern auch für die begleitenden Buchprojekte – darunter „Ottbergen – Klassiker der
Dampflokzeit“ und die Altenbeken-Trilogie – von unschätzbarem Wert.
Anfang Dezember 2025 verstarb zudem Klaus Pritzkow (68), vielen bekannt als „Klaus
Brückenbauer“. Er prägte mit seiner handwerklichen Präzision zentrale Anlagenteile, insbesondere
den Abschnitt Weserstein, und hinterließ bleibende Spuren im Erscheinungsbild der
Modellbundesbahn.
Diese Verluste haben nicht nur fachlich, sondern auch menschlich tiefe Lücken hinterlassen.
Letzte Besuchsphase
Ab sofort öffnet die Modellbundesbahn noch einmal donnerstags bis sonntags von 11 bis 18 Uhr.
Besucherinnen und Besucher können die Anlage ein letztes Mal erleben, Erinnerungen teilen und
die detailreiche Zeitreise in den Sommer 1975 genießen.


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