Modellbahnanlagen auf der 44. INTERMODELLBAU 2024

11.04.2024

Bereits zum 44. Mal findet die INTERMODELLBAU in diesem Jahr vom 18. bis 21.April 2024 in den Dortmunder Westfalenhallen statt. An den vier Tagen bietet die Ausstellung alles, was das Modellbahnerherz begehrt.

Traditionell belegt die Modellbahnsparte die Hallen 4 und 7. Dieses Jahr sind wieder viele Groß- und Kleinserienhersteller, Verlage und Händler vertreten und es wird der Treffpunkt der Modellbahnszene sein. Hier kann der Modelleisenbahner nach Herzenslust bummeln und sich die neuesten Produkte der Hersteller anschauen.

Der MOBA hat zum 28. Mal die ideelle Trägerschaft im Eisenbahnbereich übernommen. Neben dem großen MOBA – Stand in Halle 4 erwarten den Besucher über 30 Modellbahnanlagen in allen gängigen Spurweiten von Z (1:220) bis IIm (1:22,5). 16 Anlagen kommen dabei aus den Ländern Belgien, Frankreich, Polen, Österreich und den Niederlanden. Achtzehn Anlagen feiern in Dortmund zur diesjährigen INTERMODELLBAU ihre Deutschlandpremiere.

 

Europa zu Gast in Dortmund

 

Hasselfelde

Aus Belgien kommt die Gruppe MSC Pacifie um Arnold van Waes. Sie zeigt den Nachbau des Bahnhofs „Hasselfelde“ der Selketalbahn um 1990. Zu dieser Zeit gab es noch Güterverkehr wie zu DDR-Zeiten, allerdings fand auch eine Modernisierung zur HSB-Zeit hin statt.

Die Gleise sind im Eigenbau mit Material von Hobby Ecke Schumacher entstanden. Der elektrische Teil wurde aufgrund der Tatsache, dass es sich um eine Ausstellunganlage handelt, so einfach wie möglich gehalten. Weichen-Umschaltmotoren stammen von MTB- MP5.

Alle Gebäude entstanden im Selbstbau, mit Ausnahme des Bahnhofsgebäudes, das ein Pappbausatz von Walfried Fehse, MaKaMo, ist. Es wurde noch verstärkt, um stabiler zu sein. Die Lokomotiven sind alle Eigenbauten aus der Weinert-Reihe und mit Zimo-Sounddecodern ausgestattet. Personenwagen und Güterwagen sind ebenfalls von Weinert und teilweise der Marke Tillig. Außerdem Güterwagen aus Messing von Lok-Schlosserei und Melzer Modellbau. Die Steuerung erfolgt mittels GSM und eingebauten Tablets über das Roco Z21-System.

Nordlandsbanen

Hoch in den Norden Europas entführt uns die Anlage der Gruppe MST de Maaslijn aus den Niederlanden. Bei dieser Modelleisenbahnanlage im Maßstab 1:87 geht es um die Nordlandsbanen, eine 730 km lange Eisenbahnstrecke, die im hohen Norden Norwegens den Polarkreis überquert. Ausgearbeitet mit vielen Details und typischen Landschaftsmerkmalen. Gebaut um Geschichten und Legenden, die über die Nordlandsbanen erzählt werden können. Wie der Güterschuppen Hell Gods Expedition und Bau der Linie während des Krieges. Aber auch über Lappland, das immer noch von den Samen bewohnt wird. Gebaut um zwei Hauptthemen: Hell Stasjon und Polarsirkelen. Beides sind Touristenattraktionen in Norwegen, die denjenigen, die dort waren, ein Gefühl der Wiedererkennung vermitteln werden. Der Hintergrund zeigt Nordnorwegen mit dem Saltfjellet, schneebedeckten Berggipfeln, steilen Felswänden und grünen Waldhängen.

Semmeringbahn

In den Südosten nach Österreich hat es das Modellbau-Team Köln verschlagen. Sie präsentieren in neuer Aufstellung den Nachbau der berühmten Semmeringbahn, Europas erste normalspurige Gebirgsbahn. Bei dem Modell sind u.a. der Bahnhof Breitenstein, das große Viadukt „Kalte Rinne“, der Adlitzgraben-Viadukt und der Krausel-Klause Viadukt zu sehen. Die Streckenführung entspricht somit dem Vorbild. Die Bahnstecke endet sowohl im Weberkogel-Tunnel als auch im Weinzettelfeld-Tunnel. Auf den Höhen der Anlage hat es bereits geschneit. Somit spielt diese Modellbahn im Herbst.

Die Gebäude der Anlage sind überwiegend im Selbstbau entstanden und entsprechen den Vorbildern an der Semmeringbahn. Bei dieser Anlage wird zudem mit original Zuggarnituren gefahren wie diese beim Vorbild verkehrt haben. Auch ist ein Sonderzug mit einer Dampflok und Spantenwagen unterwegs.

La Petite Ceinture

Mit der Nachbildung der kleinen Pariser Ringbahn im Maßstab 1:87 schuf Paul de Groot eine phantastische Ausstellungsanlage. Im Jahr 2014 las er in einer Lokalzeitung einen Artikel über eine Bürgerinitiative in Paris, die an der Wiederherstellung einer seit langem stillgelegten Eisenbahnlinie rund um die Stadt arbeitet. Das Projekt gefiel ihm und der Bericht war gleichzeitig eine Herausforderung für de Groot, dieses besondere Vorbild so realistisch wie möglich im Modell umzusetzen.

Es handelt sich um die alte Ringbahn in Paris, „la Petite Ceinture“. Sie wurde zwischen 1852 und 1869 erbaut und folgte dem Verlauf der Boulevards des Maréchaux, die wiederum der von 1840 bis 1844 errichteten Thiersschen Stadtbefestigung folgten. Die Strecke hatte eine Länge von etwa 30 Kilometern und verfügte über 33 Bahnhöfe. Über Verbindungskurven waren auch die auf die damals acht Pariser Kopfbahnhöfe zulaufenden Strecken angebunden. Der Personenverkehr wurde 1934 größtenteils eingestellt. Man nutzte die Strecke jedoch noch bis in die 90er-Jahre für den Güterverkehr. Im Stadtbild sind die alte Ringlinie und diverse Bahnhöfe noch deutlich zu erkennen.

Die Idee für ein neues Modellbahnprojekt in H0 war also geboren! Um auch Personenzüge verkehren lassen zu können, wählte de Groot als Epoche die Zwischenkriegszeit. „Ceinture“ bedeutet Gürtel oder Ring, die Anlage musste daher eine Kreisform erhalten. Der Kreisdurchmesser als Aussenmass dieser Anlage ist 3,0m. Die sichtbaren Teile haben nur 35cm Tiefe. Die Seine und die Kathedrale Notre-Dame – es fällt nicht schwer, sich gedanklich ins herbstliche Paris zu versetzen. In den 30er-Jahren verkehrten dort auf der kleinen Ringbahn noch Personenzüge.Nur auf den zweiten Blick entdeckt man die Straßenszenen hinter der Hochbahn. Auf der Zuschauerseite sind viele kleine Geschäfte in den Arkaden untergebracht.

Viadukt von Barajol

Eine Gruppe von Modelleisenbahnern um Denis Gamard hat sich den Bau des Viadukts von Barajol verschrieben. Das Viadukt liegt im Zentralmassiv von Frankreich und überquert das Tal der Rhue. Allein die Länge der Gewölbebrücke ist schon beeindruckend. Diese hat im Modell eine Länge von rund 4,00m. Das Viadukt liegt an der Eisenbahnlinie von Bort-les-Orgues nach Neussargues.

Carolo Metal

Carolo Metal ist der Fantasiename eines metallverarbeitenden Unternehmens am Rande der Industiestadt Charloroi im Hennegau, Belgien. Heute kennen wir die Stadt als Inbegriff vergangener Herrlichkeit und veralteter Industrie. In seiner Blütezeit war es ein geschäftliches Treiben mit Stahlfabriken, Kohlebergwerken und zahlreichen Maschinenbauunternehmen. Die Anlage zeigt einen Zeitrahmen aus den späten 1970er Jahren, vor den großen Schließungen und Umstrukturierungen. Die Anlage wurde erstellt von Rik Martens.

La ligne du Gerize

Bei der neuen Anlage von Wim Wijnhoud aus den Niederlanden handelt es sich um eine 17 Meter lange französische Anlage, die sowohl eine Normalspur de Lignes Secondary (SNCF) als auch eine Schmalspur (CFD) umfasst.

Es handelt sich um eine fiktive Modelleisenbahn, die sich im zentralen Teil Frankreichs befindet, im ländlichen Dreieck Clermont Ferrand, Le Puy en Velay und Lyon. Dieses Gebiet liegt an der Grenze zwischen der Haut Loire und dem Puy de Dôme.

Die Ortsnamen im Plan sind fiktiv und basieren auf Orten, die sich in der Umgebung befinden. Der Fluss Le Ruisseau de Gerize ist ein kleiner Bach, der eigentlich östlich von Vertolaye entspringt.

Der Plan des Kurses ist in verschiedene Themen unterteilt. Eine Stadt, ein Spaziergang, eine große Stahlbrücke mit einer robusten Berglandschaft und eine kleine Landstation.

Die Wahl fiel auf einen Normalspur-Endbahnhof, an dem die notwendigen Rangierbewegungen erforderlich sind. Die Vielfalt der Gebäude, vom Bauernhof bis zur Stadt, vom Lokschuppen bis zum Getreideumschlag, von der Stahlbrücke bis zum kleinen Viadukt in der Schmalspurbahn, bietet dem Bauherrn und Betrachter eine Reihe von Möglichkeiten.

Der Betrieb der Strecke besteht hauptsächlich aus kleinen Zügen, Triebwagen, mit oder ohne Anhänger und/oder Güterwagen für die nahe gelegenen Bahnhöfe.

Hinzu kommen bespannte Züge, meist gemischte Züge, mit ausgedienten 2-achsigen Waggons, einem Schleppzug von Güterwagen und Dampf- oder Diesellokomotiven als Traktion.

Leipzig HBF

Der Leipziger Hauptbahnhof, ist der zentrale Personenbahnhof in Leipzig und einer der meist frequentierten Fernbahnhöfe Deutschlands. Der Kopfbahnhof mit 23 Bahnsteiggleisen, von denen 22 im Reiseverkehr genutzt werden und ein Museums Gleis ist mit einer überdachten Grundfläche von 83.640 Quadratmetern der flächenmäßig größte Kopfbahnhof Europas.

Dieses Modell ist ein ganz besonderer Bau und von der Gruppe „Rail Innovation“ Der Bau eines Hauptbahnhofes, welcher in Teilen an den Leipziger Hauptbahnhof erinnert.  Aus 13.221 via Laser geschnittenen Einzelteilen besteht unser Modell und verschlang schon über 1.200 Arbeitsstunden. Zirka 270 SMDs sorgen für eine realitätsnahe Beleuchtung. Das 1380 mm x 2475 mm große Modell der Bahnhofshalle überdacht elf Gleise und stellt den Mittelpunkt der riesigen Anlage dar. Verlegt wurden ROCO – line und Tillig Elite Gleise. Viele Gebäude dieser Anlage entstanden im Selbstbau so auch das Bahnhofgebäude. Auf der Anlage verkehren nicht nur Züge der Deutschen Bahn sondern auch die Straßenbahnen der Leipziger Verkehrsbetriebe. Außerdem kann in den Straßen rund um den Bahnhof bereits der großflächige Einsatz der neuen Viessmann-CarMotion Straßenfahrzeuge beobachtet werden.

 

Rübelandbahn

Die heute als „Rübelandbahn“ bezeichnete Strecke Blankenburg (Harz) – Elbingerode (früher bis Tanne) ist durch einige technische Pionierleistungen bekannt. Auf ihr wurde erstmals in der Welt das Zahnstangensystem „Abt“ auf den Steilstrecken mit bis zu 60 Promille Steigung eingesetzt. Die Gesellschaft war aber genauso innovativ, als es Jahrzehnte später darum ging, den schwerfälligen Zahnradbetrieb wieder abzuschaffen. Dafür wurden schwere Güterzugloks der „Tierklasse“ beschafft, die die Grundlage für die preußische T20 (BR 95°) bildeten. Nach dem Zweiten Weltkrieg und der Verstaatlichung wurde die Strecke im Rahmen des Chemieprogramms der DDR elektrifiziert. Sie ist heute die einzige Strecke in Deutschland, die mit der Fahrleitungsspannung 25 kV, 50 Hz betrieben wird.

Die „Magdeburger Eisenbahnfreunde“ zeigen auf einer zurzeit ca. 15 m langen, S-förmigen H0-Anlage den alten und neuen Bahnhof Rübeland, den anschließenden Streckenabschnitt mit den beiden Tunnels „Nebelsholz“ und „Krumme Grube“ sowie dem dazwischen liegendem Krocksteinviadukt. Im Anschluss befindet sich der Hp. Michaelstein. Dargestellt ist der Zeitraum der 70er und 80er Jahre.

 

Müsum

Kai Wüstermann kommt mit seiner kleinen Hafenanlage in der Spurweite Z nach Dortmund. Die Modellbahnanlage Müsum stellt eine Hafenstadt am Ende des 19.Jahrhunderts dar. Die Eisenbahn fährt bis auf die filigran gestaltete Anlegebrücke. Eine Werft und diverse Schiffsmodelle verbreiten maritimes Flair. Die überwiegend nach Vorbild selbst gebauten Häuser sind typisch für Nord-deutschland. Auf einem Markt werden die Dinge des täglichen Lebens gehandelt.

Die Detaillierung und Vorbildtreue ist auf die Spitze getrieben. Auf der Werft sind alle Hölzer vom Erbauer selbst gebogen. Sogar die Taue sind mit vorbildlichen Knoten befestigt. Die ca. 170 Figuren sind speziell für die Anlage angefertigt und tragen zeitgenössische Kleidung. Das ist bei einer Größe von ca. 8 mm eine besondere Leistung. Bei manchen Herren sieht man sogar die Uhrkette. Jede

Figur erlebt ihre eigene Geschichte, die der Erbauer den Besuchern gerne weitererzählt.

Die Häuser sind überwiegend nach Vorbildern in Flensburg, Lübeck, Husum und Glücksstadt entstanden. Der Bau der individuellen Fensterrahmen erforderte eine besondere Technik. Die wenigen Bausätze wurden speziell an die Anlage angepasst. Das Gleismaterial ist nur für die Anlage hergestellt. Die Fahrzeuge entstammen überwiegend der Kleinserie. Auch akustisch ist die Modellbahnanlage vorbildlich. Man hört die Wellen plätschern. Die Möwen schreien und weitere Hafengeräusche versetzen den Betrachter nach Norddeutschland.

 

Hier die vollständige Liste der Anlagen:

Spurweite Name Anlage Land
0 Modellbahnfreunde Osterholz – Scharmbeck Worpswede D
0 Spur H Nuller, Willich – Deutschlandpremiere D
0 Spur-0-Freunde Worms D
0 + 0e Maasbuurtspor – Deutschlandpremiere NL
1 Modellbahner Spur 1 Siegenburg D
H0 IG Rail Innovation Leipzig HBF D
H0 Club der Modellbahner Würzburg D
H0 MIST-HI D
H0 Magdeburger Eisenbahnfreunde Rübelandbahn D
H0 Modellbau-Team Köln Semmeringbahn D
H0 Janssen, Soenke – Deutschlandpremiere D
H0 Karow Lübzer Modellbahnclub D
H0 RAIL 52 – Section Modelismé – Deutschlandpremiere F
H0 MST de Maaslijn – Deutschlandpremiere Nordlandsbanen – Hell stasjon – Polarsirkelen NL
H0 MLK Model – Pracownia – Deutschlandpremiere PL
H0 Gamard, Dennis – Deutschlandpremiere Viaduc de Barajol F
H0 Wijnhout, Wim – Deutschlandpremiere NL
H0 Van de Put, Jos Deutschlandpremiere The Weeds Yard NL
H0 De Groot, Paul – Deutschlandpremiere Petite Ceinture NL
H0 Pemoba – Deutschlandpremiere NL
H0 Martens, Rick – Deutschlandpremiere Carolo Metal B
H0f Scholz, Manfred Deutschlandpremiere Lerchentaler A
H0m Dumler, Peter D
H0m Treves, Jack – Deutschlandpremiere F
H0m MSC Pacific Roselare Hasselfelde B
II m LGB Freunde Niederrhein Amarillo Mountain Rail Road D
II m Verein Furka Bergstrecke Sektion NRW Steffenbachbrücke D
N Willi von Simonsdorf – Deutschlandpremiere Der Eisenbahnbaron D
N ModelSporGroep s´Hertogenbosch Verbrückt NL
N Delftse Modelbouw Vereniging – Deutschlandpremiere NL
Z Allekotte, Dietmar – Deutschlandpremiere HP Sieltif D
Z Wüstermann, Kai – Deutschlandpremiere Müsum D

 

 

MOBA – Seminare

Die beliebten MOBA – Seminare finden in diesem Jahr in der Halle 4 statt. Dort hält der MOBA in Zusammenarbeit mit der Industrie täglich Seminare zum Thema „Modelleisenbahn“. Das beherrschende Thema wird, wie in den vergangenen Jahren, „Digitales Steuern“ sein.

 

Zum Schluss darf ich Sie alle auffordern, kommen Sie zur 44. INTERMODELLBAU und lassen Sie sich das Top Event des Jahres 2024 in Sachen Modellbahn nicht entgehen. Was Ihnen Dortmund in diesem Jahr bietet, werden Sie auf keiner weiteren deutschen Ausstellung erleben.