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Basteltipp: Telegrafenmasten in Spur 1 PDF Drucken E-Mail
Telegrafenmasten in Spur 1
Pittoreske Details mit realistischem Aussehen

Telefon- und Telegrafenmasten waren – und sind auch heute noch – ein vertrautes Bild entlang der Eisenbahnstrecken. Abfahrt und Ankunft der Züge sowie die Steuerung von Signalen und Weichen durch das Bahnpersonal geschah mittels Telefon und Telegraf. Für die Kommunikation benutzte man also Überlandleitungen.

Mit der modernen Telekommunikation sind viele dieser Überlandleitungen verschwunden – aber bei regionalen Strecken im In- und Ausland sind die Masten noch Zeugen von vergangenen Zeiten. Um unsere Dioramen optisch aufzupeppen haben wir uns überlegt solche Masten selber herzustellen. Mit etwas Geschick und einigen Tricks klappt das hervorragend und die Masten bleiben dabei bezahlbar. Die meisten Teile sind im gut sortierten Baumarkt erhältlich – Stahldraht und Humbrol-Farben finden Sie im Bastelladen.


Vorbereitung

Die Buchenstäbe werden auf Maß gesägt. Für Einzelmasten und den zweiten senkrechten Pfosten bei Doppelmasten brauchen wir eine Länge von 25 cm. Aus einem 1-Meter-Stab entstehen also vier Masten (Rundholz wird ja meistens in 1-Meter-Stücken verkauft).

Materialliste:
  • Messingnägel mit rundem Kopf, ± 20 mm lang u. 1.3 mm Ø
  • Buchen-Rundholz, Durchmesser 6 mm
  • Holzleim (schnell trocknend)
  • Stahldraht, Durchmesser 0.8 mm
  • Kunststoff-Röhrchen, ± 3-4 mm Durchmesser
  • braune Beize auf Acrylbasis
  • Humbrol Rostfarbe matt
  • Humbrol Mattlack weiß
  • Weiße Acrylfarbe

Werkzeuge:
  • kleine Kreissäge (z.B. von Proxxon)
  • Flachzange mit langen Backen zum Biegen der Nägel
  • Bastelmesser
  • Gasbrenner
  • feiner weicher Pinsel
  • breiter harter Pinsel
  • kleiner Bohrständer mit 2-mm-Bohrer (z.B. von Proxxon)

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01 Foto 1

Das Rundholz wird für die Einzel- und Doppelmasten abgelängt.

 
02 Foto 2

Alle senkrechten Pfosten werden an der Oberseite in einem 45-Grad-Winkel angespitzt. Dazu den Mast mit der Kreissäge im richtigen Winkel abschrägen, den Mast ein Viertel drehen und wieder abschrägen. So entsteht eine pyramidenförmige Spitze. Die Splitter werden mit feinem Schmirgelpapier entfernt.

 
03 Foto 3

Der schräge Stützpfosten wird in einem flachen Winkel zugeschnitten. Im Gegenpfosten wird mit dem Bastelmesser eine Kerbe ausgeschnitten, ungefähr 6 cm unterhalb der Spitze und in demselben Winkel wie der Stützpfosten. Der Einschnitt sollte etwa ein Drittel des Mastdurchmessers haben.

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04 Foto 4

Zusammenbau der Doppelmasten

Damit alle Masten gleichmäßig werden, empfiehlt es sich eine kleine Zeichnung als Schablone zu erstellen. So bleiben Winkel und Abstand der Querstreben immer identisch.

Der Stützpfosten wird mit Holzleim in die Kerbe geklebt. Zwei Querverbinder zwischen den senkrechten Mastteilen werden ebenfalls mit Holzleim angeklebt; ungefähr 5 und 9 cm vom Mastende entfernt.

 
05 Foto 5

Der zweite Mast wird angeklebt. Nach fünf Minuten ist der Holzleim angetrocknet und der Mast kann vorsichtig entnommen und zum Aushärten beiseite gelegt werden.


Stahldraht um die Querstreben

Die Verbindung zwischen den Querstreben und den vertikalen Masten wird mit Stahldraht ausgeführt. Mehrere Wicklungen um die Querleger und den Pfosten bilden eine stabile Einheit.

 
06 Foto 6

Die Pfosten werden einige Male mit Stahldraht umwickelt – legen Sie mindestens 5 oder 6 Wicklungen um den Querbalken. Der Draht wird in Höhe des Querlegers um beide Pfosten herum fest angezogen (so wird der kleine Spalt zwischen Querleger und Pfosten größtenteils verdeckt).

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07 Foto 7

Anbrennen des Holzes

In der Realität sind Telefonmasten oft mit Teer behandelt. Dadurch entstehen schwarze Flecken und Schlieren an den Pfosten. Diesen Effekt wollen wir nachstellen und damit gleichzeitig das Holz etwas plastischer wirken lassen indem wir einen Gasbrenner einsetzen. Die Flamme verfärbt das Holz perfekt und manche Fasern verkohlen ganz.

 
08 Foto 8

Mit einem Gasbrenner werden die Holzfasern angesengt – manche Strukturen im Holz bekommen dadurch mehr Tiefe. Die Flamme natürlich nicht zu lange an derselben Stelle halten – das Ansengen geht ganz schnell. Nach einigen Versuchen bekommt man ein Gespür für die richtige Dosierung.

 
09 Foto 9

Isolatoren

Bei „Spezial-Herstellern“ werden Isolatoren oft aus Metall gedreht. Andere Hersteller bieten Isolatoren aus Kunststoff an (Nachteil: diese sind zu schwach um Drähte daran zu befestigen). Beide Möglichkeiten sind also keine gute und bezahlbare Lösung für unsere Zwecke. Nach vielen Experimenten mit den verschiedensten Materialien lag die Lösung auf der Hand. An der Oberseite soll genug Platz zum Befestigen der Drähte sein und unten muss die Isolatoren-Stütze stabil genug sein um an den Mast befestigt zu werden.

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10 Foto 10

Ein Messing-Nägelchen mit Rundkopf und eine Kunststoff-Hülse darüber waren die Lösung. Mit der Flachzange werden die Nägel im passenden Winkel zurechtgebogen. Die Hülse (Länge 4 bis 5 mm) wird vor dem Biegen über den Nagel geschoben; anschließend wird beides zusammen gebogen.

Das Biegen der Nägel ist eine knifflige Arbeit. Wichtig ist, dass alle im gleichen Winkel gebogen werden – aber wenn es nicht auf Anhieb klappt – das Material ist nicht teuer. Der Vorteil von Messingnägeln ist die stabile Befestigung am Mast, damit der Draht später genug Halt findet.

 
11 Foto 11

Fertigstellung

Die Pfosten werden mit Acrylbeize braun angemalt und nach dem Trocknen mit weißer Acrylfarbe graniert. Dazu einen harten Pinsel mit ganz wenig Farbe an einem Lappen fast trocken wischen und damit die Pfosten ohne Druck bürsten.

 
12 Foto 12

Die Isolatoren werden in die gebohrten Öffnungen geklebt – zum Bohren am besten eine Standbohrmaschine benutzen (z.B. von Proxxon). So liegen die Bohrungen genau in einer Linie sowie im gleichen Winkel und die Isolatoren fluchten miteinander. Zuletzt werden die Isolatoren noch mit Humbrol-Lackfarbe angemalt.

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13 Foto 13

Mit einer kleinen Standbohrmaschine werden im gleichmäßigen Abstand Löcher vorgebohrt. Ein Tropfen Sekundenkleber fixiert die Isolatoren darin. Alle Pfosten werden mit Wasserbeize behandelt. Nach dem Trocknen bekommen sie eine weiße Patina um die Verwitterung nachzuahmen. Der Messingnagel wird mit Humbrol-Rostfarbe (matt) angemalt – die Isolatoren werden mit Humbrol-Mattlack weiß angemalt.

 
14 Foto 14

Die Masten sind fertig zur Montage auf dem Diorama.

 
15 Foto 15

Als Leitungsdraht funktioniert am besten elastisches schwarzes Nähgarn. So behalten die Drähte immer die richtige, leichte Spannung ohne allzu viel Zugkraft auf die Masten auszuüben (bei zu viel Kraft verbiegen die Masten im Laufe der Zeit). Das Garn wird direkt unter dem Isolatorkopf um den Nagel gewickelt und mit einem Tropfen Sekundenkleber fixiert; das erspart lästiges Verknoten. Ein weiterer Vorteil vom elastischen Garn ist, dass es nicht sofort bricht wenn man es mal versehentlich berührt – das Garn federt die Kräfte ab, ohne dass am Mast oder an den Isolatoren Schäden entstehen.

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16 Foto 16

Resultat

Je nach gewünschtem Zustand kann hier und da noch ein wenig Rost mit Pigmentpuder nachgebildet werden.

Die hier gezeigten Masten werden auch in der Serie "Klein Serie Producten" von PAJ Modelbouw exklusiv angeboten. Für mehr Informationen kontaktieren Sie bitte Patrick Dalemans (E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, Sie müssen JavaScript aktivieren, damit Sie es sehen können ) oder besuchen Sie die Webseite von PAJ-Modelbouw.

 
17 Foto 17

Auf den letzten drei Fotos sind die im Diorama aufgestellten Masten zu sehen. Dadurch gewinnt das Diorama sehr an realistischer Wirkung und bekommt auch in der Höhe eine Extra-Dimension.

Text & Fotos: Patrick Dalemans
Übersetzung: Ed. Hendrickx

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Schluss
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